Als das grösste soziale Problem erachte ich die demografische Entwicklung. Damit unsere Sozialwerke mittelfristig sichergestellt sind und die Wirtschaft genügend Arbeitskräfte rekrutieren kann, müssen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen unbedingt kinder- und familienfreundlicher werden. Wir müssen grosse Anstrengungen unternehmen, damit es wieder attraktiver wird, Kinder auf die Welt zu stellen und grosszuziehen!!!

Höhere Kinderzulagen und Kinderabzüge auf dem Steuerbetrag erachte ich als ausgesprochen wichtig.

Natürlich freue ich mich über die Einführung der Mutterschaftsversicherung. Ich finde es aber schade, dass Mütter, die sich ausschliesslich der Familien- und Hausarbeit widmen, leer ausgehen. Grössere Familien, in denen die Mutter von den Betreuungs- und Erziehungsaufgaben ganz in Anspruch genommen wird, würden das Mutterschaftsgeld am dringendsten brauchen. Ein Kindergeld für jedes Kind könnte Abhilfe schaffen. Die Betreuung der Kinder, sei es in der Krippe oder durch die Eltern, würde dadurch verbessert.

Die Einführung des Familienstimmrechts nach dem Motto "ein Mensch - eine Stimme" wäre ein kleinen Beitrag zur Förderung der Anliegen zukünftiger Generationen.

Dass Ehepaare heute bei den Steuern und der AHV immer noch diskriminiert werden, ist nicht tolerierbar! Ich unterstütze die EVP im Einsatz zur Beseitigung dieser Missstände: Eheleute sollen nach dem Splitting-Modell besteuert werden und in der AHV zwei volle Renten erhalten.

Zur Bekämpfung der Erwerbslosigkeit erachte ich folgendes Modell als das erfolgversprechendste: Vier Angestellte eines Betriebes (Verwaltung, Privatunternehmen, Spital u.ä.) reduzieren ihr Arbeitspensum um 20%. Die Arbeitslosenversicherung bezahlt 15% der Lohndifferenz. So entsteht durch den (kleinen) Verzicht von jeweils vier Personen eine neue Stelle.

Den explodierenden Kosten im Gesundheitswesen kann nur begegnet werden, wenn die obligatorische Grundversicherung zu dem gemacht wird, was sie einmal sein sollte: Eine (gerechte) Versicherung für Notfälle. Heute besteht die Gefahr, dass sie zu einer Art Selbstbedienungsladen wird, wo sich viele etwas von dem zurückholen wollen, was sie meinen, mit den hohen Prämien bezahlt zu haben.

 

Berner Zeitung 23.6.10 / Leserbrief zum Beitrag vom 16. Juni «Frauenpaar wünscht sich ein Kind»

Kindesrecht wird verletzt

Vor fünf Jahren bei der Abstimmung über das Partnerschaftsgesetz wurde von den Befürwortern immer wieder beteuert, es gehe ihnen nicht um die Adoption. Dass dies eine Lüge und nur Abstimmungs-Salamitaktik war, beweisen sie nun mit ihren immer eindeutigeren Forderungen. Wer einem Kind geplant und bewusst Vater oder Mutter verwehrt, begeht eine grundlegende Verletzung des Kindesrechts, deshalb lehne ich das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ab.
Ruedi Löffel, Grossrat EVP, Münchenbuchsee

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